Anleitung
Nährwerte berechnen
So berechnest du die Nährwerte deiner Rezepte mit der Rezeptrechner Software: pro 100 g, pro Portion und pro Rezept.
Nährwerte berechnen heißt: Die Nährwerte aller Zutaten werden nach ihrem Mengenanteil im Rezept addiert und auf 100 g des fertigen Produkts umgerechnet. Nach der LMIV ist diese Berechnung als Grundlage für die Nährwerttabelle zulässig, eine Laboranalyse ist dafür nicht vorgeschrieben.
So sieht das Ergebnis aus
Am Ende steht die Nährwerttabelle deines Rezepts, hier für einen Apfel-Streusel-Kuchen: Nährwerte pro 100 g, pro Stück (200 g) und in Prozent der Referenzmenge, erstellt im Etiketten-Generator der Rezeptrechner Software.
So geht's
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Video: Nährwerte berechnen in unter einer Minute, pro 100 g mit Reduktionsfaktor, pro Portion und pro Rezept, kopieren und als Nährwerttabelle ausgeben.
Einen Überblick über alle Funktionen findest du auf der Seite Nährwertrechner.
Nährwerte berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt für Schritt vom Rezept zu fertigen Nährwerten, Nährwerttabelle und Export:
1. Rezept eingeben
Grundlage jeder Nährwertberechnung ist dein Rezept. Nachdem du dich im Rezeptrechner Portal angemeldet hast, legst du es unter „Meine Rezepte“ an.
So gehst du vor:
- Neues Rezept anlegen: In „Meine Rezepte“ klickst du auf „Neues Rezept“ und gibst den Namen ein.
- Zutaten suchen: Über das Suchfeld wählst du die Zutaten aus. Zutaten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel (B) und die Standard-Zutaten (S) bringen ihre Nährwerte mit.
- Mengen eintragen: Zu jeder Zutat trägst du die Menge ein, zum Beispiel 1.000 g Äpfel.
- Portionen und Reduktionsfaktor: Optional gibst du die Anzahl der Portionen oder das Gewicht pro Stück an und den Reduktionsfaktor für den Gewichtsverlust beim Backen oder Kochen.
- Zubereitung und Speichern: Die Zubereitung schreibst du ins gelbe Feld, dann speicherst du das Rezept.
Ausführlich mit allen Möglichkeiten, auch Import und eigene Zutaten, zeigt das die Anleitung Rezepteingabe.
Zutat nicht gefunden? Lege sie als eigene Zutat mit den Nährwerten und Allergenen aus dem Datenblatt deines Lieferanten an: So legst du eigene Zutaten an ↓
Gekocht oder gebacken? Dann setzt du den Reduktionsfaktor, damit die Nährwerte pro 100 g zum fertigen Produkt passen: Reduktionsfaktor richtig setzen ↓
2. Nährwerte ansehen und kopieren
Im Nährwertrechner kannst du die Nährwertberechnung nachvollziehen und prüfen.
Du öffnest ihn in „Meine Rezepte“ über das Symbol „Nährwerte ansehen“ beim jeweiligen Rezept (siehe Bild).
Es öffnet sich der Reiter „Nährwerte“ mit den Nährwerten pro Zutat. Darunter siehst du die Summen pro Rezept, pro Portion und pro 100g.
Nährwerte kopieren
Du kannst Nährwerte in die Zwischenablage kopieren, indem du das Kopier-Symbol rechts neben der Zeile klickst (pro Rezept, pro Portion oder pro 100g) und sie anschließend z. B. in Word oder Excel einfügst.
Ob die Werte plausibel sind, prüfst du mit der Checkliste weiter unten. Für viele Rezepte auf einmal nutzt du den Excel-Export.
3. Nährwerttabelle mit dem Etiketten-Generator erstellen
Um die Nährwerte direkt in Form einer Nährwerttabelle darzustellen oder ein vollständiges Lebensmitteletikett zu erstellen, kannst du den Etiketten Generator öffnen.
Wähle dazu im Nährwertrechner den Knopf „Zum Etiketten Generator“ oder öffne den Reiter „Etikett“ beim jeweiligen Rezept.
Wähle im oberen Bereich „nur Nährwerttabelle“. Unter „Welche Angaben soll deine Nährwerttabelle enthalten?“ ergänzt du bei Bedarf die Angabe pro Stück oder Portion und die Prozent der Referenzmenge. Danach lädst du die Nährwerttabelle als Bilddatei (JPG, PNG) oder PDF herunter.
Ausführlich mit Beispiel zeigt das der Artikel Nährwerttabelle erstellen.
Ist das LMIV-konform?
Ja. Nach Art. 31 Abs. 4 der LMIV dürfen die Werte der Nährwerttabelle auf einer Berechnung aus den durchschnittlichen Nährwerten der verwendeten Zutaten beruhen. Eine Laboranalyse ist nicht vorgeschrieben. Wichtig sind dabei die Toleranzen.
Rohstoffe unterliegen Nährwertschwankungen (z.B. aufgrund des unterschiedlichen Reifegrads bei Früchten und Gemüse).
Aus diesem Grund sieht die LMIV auch gewisse Toleranzen vor. Im Falle einer Prüfung durch die Lebensmittelbehörde werden die deklarierten Werte auf dem Etikett mit einer Laborprobe verglichen. Wann sich eine eigene Nährwertanalyse im Labor lohnt, erklären wir in einem eigenen Artikel.
Der Leitfaden zum Prüfverfahren definiert, wie groß die Abweichungen zwischen den deklarierten Werten und der Laboranalyse sein dürfen. Die Höhe der Abweichung hängt von den jeweiligen Nährwerten ab.
Die Toleranzen findest du in der folgenden Übersicht.
4. Eigene Zutaten vom Lieferanten anlegen
Findest du eine Zutat nicht in der Datenbank, oder verwendest du ein bestimmtes Produkt deines Lieferanten, legst du es als eigene Zutat an. Die Nährwerte pro 100 g, die Zutatenliste und die Allergene übernimmst du aus dem Datenblatt oder von der Verpackung. So rechnet die Rezeptrechner Software mit genau den Werten deines Rohstoffs.
So gehst du vor:
- Zutat hinzufügen: In „Meine Zutaten“ klickst du auf „Zutat hinzufügen“ und gibst den Zutatennamen ein, optional ein Synonym.
- Zutatenliste einfügen: Bei zusammengesetzten Zutaten wie Schokolade oder Fertigteig fügst du die Zutatenliste vom Datenblatt ein.
- Nährwerte pro 100 g: Du trägst die Werte vom Lieferanten ein. Alternativ wählst du eine ähnliche Zutat aus der Datenbank, übernimmst deren Nährwerte und Allergene und passt sie an. Fehlt ein Wert, zählt er in der Berechnung mit 0.
- Allergene prüfen und speichern: Du prüfst Allergene und Zusatzstoffe und speicherst die Zutat. In der Zutatensuche erscheint sie danach mit einem E.
Eigene Zutaten sind ab Rezeptrechner PRO Business Paket S enthalten. Viele Zutaten auf einmal lädst du per Excel hoch, das zeigt die Anleitung Rezepteingabe.
5. Reduktionsfaktor richtig setzen
Wenn du für ein Rezept einen Reduktionsfaktor hinterlegst, berücksichtigen wir ihn bei den Nährwerten pro 100g.
- Reduktionsfaktor 1,0 = kein Gewichtsverlust
- Reduktionsfaktor 0,8 = Endgewicht ist 80% → 20% Gewichts-/Flüssigkeitsverlust
- Da beim Wasserverlust die Nährstoffe im Rezept grundsätzlich erhalten bleiben, steigt die Nährstoffdichte pro 100g entsprechend.
Beispielrechnung mit Reduktionsfaktor
Hat ein Rezept bei Reduktionsfaktor 1,0 z. B. 50g Kohlenhydrate pro 100g, dann ergibt sich bei Reduktionsfaktor 0,8:
- 50g / 0,8 = 62,5g Kohlenhydrate pro 100g (zubereitet)
Kurz gesagt: Je niedriger der Reduktionsfaktor (< 1), desto höher die Nährwerte pro 100g, weil das Rezeptgewicht durch Wasserverlust sinkt.
Typische Reduktionsfaktoren
Kochen / Schmoren / Saucen
- Schmoren mit Deckel: 0,85 – 0,95
- Simmern ohne Deckel (Eintopf/Suppe einkochen): 0,70 – 0,90
- Saucen leicht reduzieren: 0,70 – 0,90
- Saucen stark reduzieren: 0,30 – 0,70
- „auf die Hälfte reduzieren“: 0,50 (per Definition)
Pfanne / Rösten / Ofen
- Gemüse in der Pfanne: 0,75 – 0,90 (Pilze eher 0,60 – 0,80)
- Ofengemüse rösten: 0,70 – 0,90
- Auflauf/Gratin: 0,85 – 0,95
Fleisch / Fisch (Gewichtsverlust durch Wasser + Fett)
- Steak/Filet kurzgebraten: 0,85 – 0,95
- Fleischstücke/Pfanne allgemein: 0,70 – 0,85
- Hackfleisch (viel Austritt): 0,60 – 0,80
- Braten groß (Ofen): 0,75 – 0,90
- Geflügel ganz: 0,80 – 0,90
- Fisch gebacken: 0,85 – 0,95
Backen (Backverlust)
- Brot/Brötchen: 0,88 – 0,95
- Rührkuchen: 0,90 – 0,97
- Kekse/Plätzchen: 0,92 – 0,98
- Baiser (trocknend): 0,70 – 0,90
Dehydration / Trocknen
- Trockenfrüchte allgemein: 0,15 – 0,35
- Äpfel/Birnen getrocknet: 0,12 – 0,20
- Rosinen: 0,20 – 0,30
- Tomaten getrocknet: 0,08 – 0,12
- Kräuter getrocknet: 0,10 – 0,20
- Pilze getrocknet: 0,05 – 0,10
Beim Frittieren verliert ein Produkt nicht nur Wasser, es nimmt zusätzlich Öl auf. Wie du das berücksichtigst, zeigt der Artikel Nährwerte beim Frittieren berechnen.
Der Reduktionsfaktor beeinflusst neben den Nährwerten pro 100g auch die Preiskalkulation pro 100g.
Mehr dazu in der Anleitung zur Preiskalkulation.
6. Nährwerte prüfen: Checkliste
Die Rezeptrechner Software dient als Assistenzsystem zur Nährwertberechnung. Du bist dazu verpflichtet, diese Angaben auf Plausibilität und Richtigkeit zu prüfen. Welche Nährwerte in die Nährwerttabelle gehören und in welcher Reihenfolge, erklärt der Artikel Nährwerttabelle.
Hier ein paar Dinge, die du in Bezug auf die Nährwertangaben prüfen solltest:
Haben alle Zutaten Nährwertangaben?
Fehlen bei einer Zutat Werte, kann das Gesamtergebnis schnell unplausibel werden.
Stimmen die Nährwerte pro 100g je Zutat?
Klappe dazu die Zutat über den Pfeil nach unten (rechts am Ende der Zutat) auf. Dort siehst du die Nährwerte pro 100g und kannst sie prüfen.
Liegen die Werte in einem plausiblen Bereich (0–100g pro 100g)?
Pro 100g kann eine Zutat (und auch ein Rezept) nicht mehr als 100g eines Nährwerts enthalten (z. B. 120g Kohlenhydrate pro 100g ist nicht möglich).
Passen kcal und kJ zusammen?
Als Faustregel gilt: kJ ≈ kcal × 4,0 bis 4,3. Das ist ein guter Plausibilitätscheck, weil bei den meisten Rezepten die Energie hauptsächlich aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett stammt. Hinweis: Bei Rezepten mit viel Alkohol, mehrwertigen Alkoholen (Polyolen), Ballaststoffen oder organischen Säuren kann das Verhältnis abweichen, da die LMIV hierfür andere Umrechnungsfaktoren vorsieht.
Bei Komponenten (eigene Zutaten, die aus einem Rezept umgewandelt wurden): Sind die Nährwerte aktuell?
Prüfe, ob die Nährwerte der Komponente noch zur aktuellen Rezeptur passen. Falls nötig, aktualisiere die Komponente, siehe Anleitung.
Sind die Nährwerte pro 100g (zubereitet) insgesamt plausibel?
Vergleiche die Werte mit ähnlichen Produkten (z. B. von anderen Anbietern oder aus dem Handel). Wenn dein Rezept stark abweicht, lohnt sich ein Blick auf einzelne Zutaten, Mengen oder den Reduktionsfaktor.
7. Nährwerte als Excel exportieren oder per API abrufen
Brauchst du die Nährwerte vieler Rezepte auf einmal, etwa für das Kassensystem, den Onlineshop oder Produktdatenblätter, exportierst du sie gesammelt als Excel-Datei (alternativ als CSV): In „Meine Rezepte“ wählst du oben „Export“ → „Artikeldaten / Kassensystem“, markierst die Rezepte, klickst auf „Artikeldaten exportieren“ und wählst „Excel Export“. Die Datei enthält unter anderem Rezeptname, Artikelnummer, Nährwerte pro 100 g, Allergene, Zusatzstoffe, Zutatenliste und den Nutri-Score der gewählten Rezepte.
Alternativ rufst du die Nährwerte per API ab und übernimmst sie direkt in deine anderen Systeme. Excel-Export und API sind Teil von Rezeptrechner PRO Business Paket L.
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Nährwertanalyse im Labor
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Ölaufnahme richtig berücksichtigen, mit Richtwert-Tabelle.
Anleitung Nährwertberechnung kostenlos
Erst testen? So gibst du in der kostenlosen Version ein Rezept ein und siehst die Nährwerte.
8. Health Claims und Nutri-Score
Mit deinem Rezeptrechner PRO Business Paket L Zugang siehst du im Nährwertrechner unter den Nährwerten außerdem die Makronährstoff-Zusammensetzung sowie die nährwertbezogenen Angaben („Health Claims“), die dein Rezept erfüllt.
Nutri-Score ermitteln
Um den Nutri-Score zu ermitteln, klicke im Nährwertrechner oben rechts auf „Nutri-Score berechnen“. Dafür benötigst du ein Rezeptrechner PRO Business Paket L, ein Upgrade kannst du jederzeit buchen.
Im Fenster gehst du so vor:
- Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte anhaken: Markiere die Zutaten, die dazu zählen. Der Obst-/Gemüse-Anteil ergibt sich aus den angehakten Zutaten und dem Rohgewicht des Rezepts.
- Kategorie wählen: Festes Lebensmittel, Getränke oder Öl, Fett, Nüsse und Samen.
- Zusatzangaben prüfen: z. B. ob das Rezept rotes Fleisch enthält.
Unter „Ergebnis“ siehst du den Nutri-Score mit Punktzahl. Beim Speichern merkt sich die Software Kategorie, Zusatzangaben und welche eigenen Zutaten zum Obst-/Gemüse-Anteil zählen. Die Note selbst wird jedes Mal neu berechnet.
Häufige Fragen zum Nährwerte berechnen
Wie berechne ich die Nährwerte eines Rezepts?
Du addierst die Nährwerte aller Zutaten nach ihrer Menge im Rezept und rechnest das Ergebnis auf 100 g des fertigen Produkts um, bei Gewichtsverlust mit Reduktionsfaktor. Die Rezeptrechner Software nimmt dir diese Rechnung ab: Du gibst Zutaten und Mengen ein, die Nährwerte kommen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel oder aus deinen eigenen Zutaten, und du siehst sie pro 100 g, pro Portion und pro Rezept.
Darf ich Nährwerte berechnen statt im Labor analysieren lassen?
Ja. Nach der LMIV dürfen die Werte der Nährwerttabelle auf einer Berechnung aus den Nährwerten der Zutaten beruhen, eine Nährwertanalyse im Labor ist nicht vorgeschrieben. Lebensmittelbetriebe nutzen dafür die Rezeptrechner Software und sparen sich die Laborkosten pro Rezept. Wichtig bleibt die Plausibilitätsprüfung, siehe Checkliste oben.
Was ist der Reduktionsfaktor?
Der Reduktionsfaktor ist das Verhältnis von Fertiggewicht zu Rohgewicht. Er berücksichtigt den Wasserverlust beim Kochen, Backen oder Trocknen: Bei 0,8 ist das Produkt 20 % leichter geworden, die Nährwerte pro 100 g steigen entsprechend. In der Rezeptrechner Software trägst du ihn einmal pro Rezept ein, er wirkt dann auf Nährwerte und Preiskalkulation.
Wie berechne ich Nährwerte für die Speisekarte in der Gastronomie?
Für lose Ware in Restaurant und Kantine sind Nährwerte auf der Speisekarte keine Pflicht. Gibst du sie freiwillig an, darfst du dich auf den Brennwert oder auf Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz beschränken und sie auch pro Portion angeben. Gastronomie-Betriebe legen ihre Gerichte dafür als Rezepte in der Rezeptrechner Software an und sehen die Nährwerte pro Portion direkt. Mehr dazu unter Software für die Gastronomie.
Gibt es eine Software zum Nährwerte berechnen?
Ja, die Rezeptrechner Software mit dem Nährwertrechner. Für Nährwerte mit eigenen Zutaten und die Nährwerttabelle reicht Paket S, Excel-Export, API und Nutri-Score sind Teil von Paket L. Die Jahreslizenz für Rezeptrechner PRO Business buchst du direkt online auf der Preisseite, testen kannst du vorher mit der Anleitung Nährwertberechnung kostenlos.
Wie erfahre ich von Updates?
Rezeptrechner wird ständig weiterentwickelt.
Ich bin ständig dabei, den Rezeptrechner weiter zu entwickeln. Über updates halte ich Euch auf dem Laufenden über meine Facebook Gruppe, den YouTube Kanal und meinen Instagram Kanal.
Sofern du weitere Wünsche für Funktionen oder Feedback hast, schreibe mir jederzeit gerne eine Nachricht an [email protected].
Weitere Anleitungen zum Nachlesen
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