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Marmeladenetiketten erstellen
So erstellst du Marmeladenetiketten auf Basis deiner Rezepturen mit der Rezeptrechner Software, mit Fruchtgehalt, Nährwerten und Zutatenliste. Am Beispiel einer Erdbeerkonfitüre extra.
Von Rezeptrechner Team · Aktualisiert am
Vom Rezept zum fertigen Etikett auf dem Glas: das Ergebnis dieser Anleitung.
Marmeladenetiketten erstellen: Beispiel Erdbeerkonfitüre extra
Ein Marmeladenetikett ist die Kennzeichnung vorverpackter Marmelade oder Konfitüre. Sobald du deine Gläser im Hofladen, auf dem Wochenmarkt oder online verkaufst, gelten zwei Regelwerke: die LMIV (EU-Verordnung 1169/2011) mit den allgemeinen Pflichtangaben und die Konfitürenverordnung mit Bezeichnung und Fruchtgehalt. Welche Angaben im Detail Pflicht sind, erklärt der Artikel zur Konfitürenverordnung 2026.
Seit dem 14. Juni 2026 darf jede Konfitüre auch „Marmelade“ heißen. Im Alltag sprichst du also von Erdbeermarmelade, auf dem Etikett darf „Erdbeermarmelade extra“ oder „Erdbeerkonfitüre extra“ stehen. Als durchgängiges Beispiel legen wir hier eine Erdbeerkonfitüre extra in der Rezeptrechner Software an, von der Rezeptur bis zum druckfertigen Marmeladenetikett.
Wie du Etiketten für die Lebensmittelkennzeichnung unabhängig vom Produkt erstellst, zeigt die Anleitung Lebensmitteletiketten erstellen. Weitere Produkte findest du in den Beispielen für Etiketten für Lebensmittel.
Marmeladenetiketten erstellen | Software
Mit der Rezeptrechner Software erstellst du Etiketten für Marmelade und Konfitüre direkt aus deiner Rezeptur, mit Nährwerttabelle, Zutatenliste und Fruchtgehalt.
So sieht das fertige Marmeladenetikett aus
Damit klar ist, worauf es hinausläuft: das Marmeladenetikett der Erdbeerkonfitüre extra, erstellt mit dem Etiketten-Generator der Rezeptrechner Software.
Auf dem Etikett stehen:
- Bezeichnung „Erdbeerkonfitüre extra“
- Fruchtgehalt je 100 g, dazu freiwillig der Gesamtzuckergehalt
- Nährwerttabelle pro 100 g
- Zutatenliste mit Fruchtanteil (QUID) „Erdbeeren (58 %)“
- Mindesthaltbarkeitsdatum, Nettogewicht in Gramm und Aufbewahrungshinweis
- Name und Anschrift des Herstellers
Beispiel-Etikett. Nährwerte und Fruchtgehalt müssen für jede Rezeptur einzeln berechnet werden. Wie du solche Marmeladenetiketten erstellst, zeigt die Anleitung unten Schritt für Schritt.
Rezeptur für das Marmeladenetikett anlegen
Wer Marmeladenetiketten erstellen will, braucht zuerst die Rezeptur, denn aus ihr berechnet die Rezeptrechner Software Nährwerte, Zutatenliste und Fruchtanteil. Unser Beispiel ergibt etwa vier Gläser à 400 g:
| Erdbeerkonfitüre extra | Menge |
|---|---|
| Erdbeeren | 1.000 g |
| Gelierzucker 1:1 (eigene Zutat) | 1.000 g |
| Zitronensaft | 30 ml |
| Reduktionsfaktor (Einkochen) | 0,85 |
| Fertiggewicht / Fruchtanteil | 1,73 kg / 58 % |
Beispielwerte. Rohgewicht 2,03 kg, nach dem Einkochen 1,73 kg. 1.000 g Erdbeeren in 1.726,5 g Konfitüre ergeben 58 % Frucht im Endprodukt.
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Schritt 1: Gelierzucker als eigene Zutat anlegen
Erdbeeren und Zitronensaft übernimmst du direkt aus der Nährwertdatenbank der Rezeptrechner Software. Gelierzucker ist dagegen eine zusammengesetzte Zutat, deren Zusammensetzung je nach Hersteller variiert. Lege ihn deshalb als eigene Zutat an und trage die Sub-Zutaten und die Nährwerte pro 100 g von der Verpackung ein.
Die Sub-Zutaten erscheinen später außerdem in Klammern hinter „Gelierzucker“ in der Zutatenliste. So deklarierst du alle Bestandteile, wie es die LMIV für zusammengesetzte Zutaten verlangt.
Tipp: Prüfe die Zutatenliste deines Gelierzuckers. Gelierzucker 2:1 oder 3:1 enthält häufig den Konservierungsstoff Kaliumsorbat. Der ist in Konfitüre nur bei zuckerreduzierten Sorten erlaubt. Für eine Konfitüre extra wie in unserem Beispiel nimmst du deshalb Gelierzucker 1:1 ohne Konservierungsstoff.
Schritt 2: Konfitüre-Rezeptur mit Reduktionsfaktor anlegen
Lege danach deine Konfitüre als neues Rezept an und trage alle Zutaten in Gramm ein. Beim Einkochen verdampft Wasser, deshalb setzt du zusätzlich den Reduktionsfaktor. Bei 0,85 bleiben von 2,03 kg Rohgewicht 1,73 kg Konfitüre übrig. Auf dieser Basis berechnet die Rezeptrechner Software die Nährwerte pro 100 g und den Fruchtanteil im Endprodukt.
Speichere anschließend die Rezeptur. Für weitere Sorten legst du jeweils ein neues Rezept an oder duplizierst dieses und tauschst die Frucht aus.
Marmeladenetikett im Etiketten-Generator erstellen
Im Etiketten-Generator erstellst du aus der Rezeptur dein Marmeladenetikett. Das Video zeigt den Ablauf im Überblick, die Schritte darunter am Beispiel der Erdbeerkonfitüre.
Video: So erstellst du ein Etikett aus der Rezeptur. Mehr dazu unter Etiketten-Software für Lebensmittel.
Schritt 3: Etiketten-Generator öffnen
Öffne die Rezeptur der Erdbeerkonfitüre und klicke oben in der Reiterleiste auf Etikett.
Links siehst du die Live-Vorschau deines Etiketts, rechts die Einstellungen mit den Reitern Inhalt (Pflichtangaben) und Layout (Format und Größe). Jede Änderung erscheint dabei sofort in der Vorschau.
Schritt 4: Bezeichnung, Fruchtgehalt und Nettogewicht
Unter Lebensmittelkennzeichnung übernimmt das Feld Rezeptname die Bezeichnung auf dem Etikett. Damit du Marmeladenetiketten rechtssicher erstellst, trägst du hier eine Bezeichnung nach Konfitürenverordnung ein:
- „Erdbeerkonfitüre extra“ oder „Erdbeermarmelade extra“ bei mindestens 50 % Frucht
- „Erdbeerkonfitüre“ oder „Erdbeermarmelade“ bei mindestens 45 % Frucht
- Produkte aus Zitrusfrüchten heißen „Zitrusmarmelade“
Die Konfitürenverordnung verlangt außerdem die Angabe des Fruchtgehalts, gut lesbar im selben Sichtfeld wie die Bezeichnung. Du trägst ihn im Feld Kurze Beschreibung ein: „Hergestellt aus 58 g Früchten je 100 g.“ Den Gesamtzuckergehalt musst du seit dem 14. Juni 2026 nicht mehr separat angeben, Zucker steht ohnehin in der Nährwerttabelle. Im Beispiel steht er freiwillig mit auf dem Etikett.
Zum Schluss gibst du unter Nettogewicht die Füllmenge pro Glas in Gramm an, im Beispiel 400 g. Für die Füllmenge gelten eigene Mindest-Schrifthöhen: Bei über 200 g bis 1 kg sind es 4 mm.
Schritt 5: Zutatenliste mit Fruchtanteil (QUID)
Die Zutatenliste erstellt die Rezeptrechner Software ebenfalls aus der Rezeptur, absteigend nach Gewichtsanteil. Für die Zutatenliste gibt es zwei Modi:
- Auto-Generiert: Hier wählst du die QUID-Zutat aus und nutzt Allergen-Hervorhebung und Bereinigung.
- Individuell: Hier bearbeitest du den Text der Zutatenliste frei.
Beim Erstellen von Marmeladenetiketten gilt außerdem: Weil Erdbeeren in der Bezeichnung stehen, muss ihr Anteil als QUID-Angabe in die Zutatenliste. Im Beispiel steht dort „Erdbeeren (58 %), Gelierzucker (Zucker, Geliermittel Pektine, Säuerungsmittel Citronensäure, Sonnenblumenöl ganz gehärtet), Zitronensaft“.
Allergene enthält klassische Erdbeerkonfitüre dagegen in der Regel nicht. Nimmst du Nüsse, Mandeln oder Likör ins Rezept, schlägt die Rezeptrechner Software die passenden Allergene aus den Zutaten vor. Du prüfst die Vorschläge und übernimmst sie.
Schritt 6: Nährwerttabelle pro 100 g prüfen
Die Nährwerttabelle berechnet die Rezeptrechner Software aus der Rezeptur und dem Reduktionsfaktor. Prüfe die Werte trotzdem auf Plausibilität, denn abweichende Zahlen deuten auf einen Eingabefehler bei Mengen oder Gelierzucker hin. Unsere Erdbeerkonfitüre extra liegt bei 252 kcal und 60,9 g Zucker pro 100 g, typisch für Konfitüre mit Gelierzucker 1:1.
Schritt 7: Marmeladenetiketten selbst gestalten
Im Reiter Layout passt du das Etikett an dein Glas an. Du wählst Quer- oder Hochformat und stellst Breite und Höhe in Millimeter ein, im Beispiel 100 × 56 mm. Außerdem lässt sich die Breite der Nährwerttabelle verschieben. Die LMIV-Mindestschriftgröße berücksichtigt der Etiketten-Generator dabei. Dein Layout speicherst du, damit du Marmeladenetiketten für weitere Sorten im gleichen Glas schneller erstellst.
Schritt 8: MHD und Aufbewahrungshinweis
Unter MHD / Verbrauchsdatum trägst du Produktionsdatum und Haltbarkeit in Tagen ein. Daraus ergibt sich das Mindesthaltbarkeitsdatum, im Beispiel „Ende 10.2027“. Das Datum legst du als Hersteller selbst fest.
Weil Konfitüre nach dem Öffnen empfindlich ist, gehört zu jedem Marmeladenetikett, das du erstellst, ein Aufbewahrungshinweis, zum Beispiel: „Kühl und dunkel lagern. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 4 Wochen verbrauchen.“ Bei zuckerreduzierten Sorten setzt du die Fristen kürzer an.
Marmeladenetiketten speichern und drucken
Schritt 9: Etikett mit der Rezeptur speichern
Mit Speichern sicherst du das Etikett. Es bleibt mit der Rezeptur verknüpft: Kochst du nächste Saison wieder Erdbeerkonfitüre, ist das Marmeladenetikett schon erstellt, und du aktualisierst nur das MHD. Speichere das Etikett erst, wenn die Rezeptur final ist, denn manuelle Anpassungen an der Zutatenliste werden zurückgesetzt, sobald sich die Rezeptur ändert.
Schritt 10: Als PNG, JPG oder PDF herunterladen
Über Etikett herunterladen oder die Schnell-Download-Buttons oben lädst du das Marmeladenetikett als PNG, JPG oder PDF herunter. Für Druckereien, die deine Marmeladenetiketten in größerer Auflage erstellen, gibst du bei Bedarf eine Beschnittzugabe in Millimeter an.
Die Auflösung wählst du zwischen 200, 300 und 600 dpi. Wenn du Marmeladenetiketten für den eigenen Drucker erstellst, reichen in der Regel 300 dpi. Kommt ein Barcode oder EAN-Code mit aufs Etikett, nimm 600 dpi, damit Scanner ihn sicher lesen. Achte beim Drucken darauf, dass dein Drucker oder die Druckerei das Etikett nicht verkleinert, sonst rutschen die Pflichtangaben unter die Mindestschriftgröße.
Etikettendrucker oder Druckerei
Ein eigener Etikettendrucker ist flexibel: Du druckst 10 Etiketten für eine kleine Charge genauso wie mehrere hundert am Stück, am einfachsten aus dem PDF. Welches Gerät zu deinem Sortiment passt, zeigt der Vergleich Etikettendrucker für Lebensmittel, die Beratung bekommst du bei einem unserer Fachhändler.
Für hochwertigen Druck auf Glanzpapier, mit Spotlack oder in Sonderformen schickst du dagegen die PDF-Datei mit Beschnittzugabe an eine Druckerei. Gib dort mit an, dass das Format nicht skaliert werden darf.
Etiketten für deine Marmeladen und Konfitüren
Nährwerttabelle, Zutatenliste und Etikett aus einer Rezeptur, mit Rezeptrechner PRO Business. Buche den Zugang und leg direkt los.
Checkliste für dein Marmeladenetikett
Damit du beim Erstellen des nächsten Marmeladenetiketts nichts vergisst:
- 1. Gelierzucker als eigene Zutat angelegt, mit Sub-Zutaten und Nährwerten von der Verpackung
- 2. Rezeptur in Gramm eingegeben, Reduktionsfaktor für das Einkochen gesetzt
- 3. Bezeichnung nach Konfitürenverordnung gewählt: Konfitüre oder Marmelade, mit „extra“ ab 50 % Frucht, Zitrusprodukte als „Zitrusmarmelade“
- 4. Mindestfruchtgehalt geprüft: 50 % für „extra“, 45 % für Konfitüre und Marmelade (bei den meisten Früchten)
- 5. Fruchtgehalt („hergestellt aus … g Früchten je 100 g“) im selben Sichtfeld wie die Bezeichnung angegeben
- 6. Zutatenliste geprüft, Gelierzucker mit Sub-Zutaten, Fruchtanteil als QUID-Angabe
- 7. Allergen-Vorschläge geprüft (bei reiner Fruchtkonfitüre meist keine)
- 8. Nährwerttabelle pro 100 g auf Plausibilität geprüft
- 9. Nettogewicht in Gramm, MHD und Aufbewahrungshinweis eingetragen
- 10. Name und Anschrift des Herstellers auf dem Etikett
- 11. Layout auf dein Glas und dein Etikettenpapier angepasst
- 12. Etikett gespeichert und als PNG, JPG oder PDF heruntergeladen
Wenn du die Schritte einmal durchgespielt hast, dauert jede neue Sorte nur noch wenige Minuten. Der Gelierzucker ist schon angelegt, du legst nur das neue Rezept an und passt Fruchtanteil und Bezeichnung an.
Häufige Fragen zu Marmeladenetiketten
Was gehört auf ein Marmeladenetikett?
Auf vorverpackte Marmelade gehören Bezeichnung, Zutatenliste mit Fruchtanteil, Nährwerttabelle, Nettogewicht, Mindesthaltbarkeitsdatum, Hersteller und der Fruchtgehalt nach Konfitürenverordnung. Die Rezeptrechner Software berechnet Zutatenliste, Fruchtanteil und Nährwerte aus deiner Rezeptur. Datum, Aufbewahrungshinweis und Nettogewicht trägst du im Etiketten-Generator selbst ein.
Darf ich „Erdbeermarmelade“ auf das Etikett schreiben?
Ja, seit dem 14. Juni 2026. Mit der Novelle der Konfitürenverordnung dürfen Konfitüre und Konfitüre extra auch Marmelade und Marmelade extra heißen. Aufstriche aus Zitrusfrüchten heißen jetzt Zitrusmarmelade. In der Rezeptrechner Software trägst du die gewünschte Bezeichnung einfach im Feld Rezeptname ein, sie erscheint dann als Überschrift auf dem Etikett.
Wie gebe ich den Fruchtgehalt auf dem Marmeladenetikett an?
Der Fruchtgehalt erscheint zweimal: als QUID-Angabe in der Zutatenliste, zum Beispiel „Erdbeeren (58 %)“, und als Satz „Hergestellt aus 58 g Früchten je 100 g“. Maßgeblich ist der Anteil im fertigen Produkt nach dem Einkochen. Die Rezeptrechner Software berechnet ihn mit dem Reduktionsfaktor aus deiner Rezeptur.
Muss auf selbst gemachte Marmelade eine Nährwerttabelle?
Grundsätzlich ja. Nach LMIV Anhang V können handwerkliche Erzeugnisse aber befreit sein, wenn sie in kleinen Mengen direkt vom Hersteller an Endverbraucher oder an örtliche Einzelhändler abgegeben werden, die direkt an Endverbraucher verkaufen. Wer an Händler darüber hinaus liefert, braucht die Tabelle. Mit der Rezeptrechner Software berechnest du die Nährwerte pro 100 g aus der Rezeptur, auch wenn du sie freiwillig angibst.
Kann ich Marmeladenetiketten selbst gestalten und drucken?
Ja. Im Etiketten-Generator der Rezeptrechner Software stellst du Format und Größe in Millimeter ein und lädst das Etikett als PNG, JPG oder PDF herunter, wahlweise mit 200, 300 oder 600 dpi. Für den eigenen Etikettendrucker eignet sich PDF, wenn die Druckerei deine Marmeladenetiketten erstellt, PDF mit Beschnittzugabe. Mit Barcode empfiehlt sich 600 dpi.
Wie lange ist selbst gekochte Konfitüre haltbar?
Konfitüre mit Gelierzucker 1:1 ist ungeöffnet meist 12 bis 24 Monate haltbar, zuckerreduzierte Sorten deutlich kürzer. Das MHD legst du als Hersteller selbst fest. In der Rezeptrechner Software gibst du Produktionsdatum und Haltbarkeit in Tagen ein, das Datum auf dem Etikett ergibt sich daraus.
Gibt es eine Software für Marmeladenetiketten?
Ja, die Rezeptrechner Software. Hofläden, Manufakturen und Direktvermarkter legen ihre Rezepturen an und erstellen daraus Marmeladenetiketten mit Nährwerttabelle, Zutatenliste und Fruchtanteil. Eigene Zutaten und Etiketten sind ab Paket S enthalten, die Jahreslizenz ist direkt online buchbar.