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Speiseeis richtig kennzeichnen

Leitsätze für Speiseeis

Was die Leitsätze für Speiseeis für deine Sorten bedeuten und welche Pflichtangaben auf vorverpacktes Eis gehören. So sparst du Zeit mit der Rezeptrechner Software.

Von Rezeptrechner Team · Aktualisiert am

Leitsätze für Speiseeis: was sie regeln

Die Leitsätze für Speiseeis sind ein Teil des Deutschen Lebensmittelbuchs. Sie legen fest, was in Eiscreme, Milcheis, Fruchteis oder Sorbet mindestens enthalten sein muss. Zwar sind die Leitsätze für Speiseeis keine Verordnung, sie gelten aber als Maßstab für Lebensmittelüberwachung und Gerichte.

Für dich als Hersteller heißt das: Die Sortenbezeichnung auf dem Becher muss zur Rezeptur passen. Dazu kommen die Pflichtangaben der LMIV (1169/2011), sobald du Eis vorverpackt verkaufst, etwa im Hofladen, im Onlineshop oder über Wiederverkäufer.

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Mit der Rezeptrechner Software erstellst du die Kennzeichnung für deine Eissorten direkt aus der Rezeptur: Zutatenliste, Allergenvorschläge und Nährwerte, auch pro 100 ml. Jetzt registrieren und direkt ausprobieren.

Die richtige Bezeichnung nach den Leitsätzen für Speiseeis

Auf dem Etikett steht eine Bezeichnung aus den Leitsätzen, oft zusammen mit einem Fantasienamen, zum Beispiel „Erdbeer-Traum (Fruchteis)“. Seit der Änderung 2026 darfst du Bezeichnungen auch kombinieren, wenn dein Eis die Vorgaben beider Sorten erfüllt. Maßgeblich sind die Leitsätze für Speiseeis vom 29. November 2016, zuletzt geändert am 14. Januar 2026 (BAnz AT 13.02.2026 B5).

Bezeichnung Mindestanforderung nach den Leitsätzen
Cremeeis / KremeisMind. 50 % Milch und je Liter Milch mind. 270 g Vollei oder 90 g Eigelb, kein zusätzliches Wasser
FruchteisMind. 20 % Frucht, bei Zitrusfrüchten und anderen sauren Früchten mind. 10 %
Rahmeis / SahneeisMind. 18 % Milchfett aus Sahne
MilcheisMind. 70 % Milch
Eiscreme / EiskremMind. 10 % Milchfett
FruchteiscremeMind. 8 % Milchfett und deutlich wahrnehmbarer Fruchtgeschmack
Sorbet / FruchtsorbetMind. 25 % Frucht, bei sauren Früchten mind. 15 %, ohne Milch und Milchbestandteile
WassereisUnter 3 % Fett, mind. 12 % Trockenmasse
Speiseeis / EisSammelbegriff, wenn keine Sorte passt, zum Beispiel bei pflanzlichem Fett

Zusammenfassung der Leitsätze für Speiseeis. Bei Cremeeis bis Fruchteiscreme ist nur Milchfett erlaubt, Fett aus Nüssen und anderen geschmackgebenden Zutaten ausgenommen. Weitere Erläuterungen bei der Verbraucherzentrale.

Entscheidend ist also die Rezeptur. Deshalb prüfst du nach den Leitsätzen für Speiseeis zuerst den Anteil an Frucht, Milch oder Milchfett und wählst dann die Bezeichnung. Ein Erdbeereis mit 35 % Erdbeeren erfüllt zum Beispiel die Vorgabe für Fruchteis und heißt „Erdbeer-Fruchteis“.

Wichtig: Erfüllt dein Eis die Mindestanforderung nicht, darfst du die Bezeichnung nicht verwenden. Ein Erdbeer-Sorbet mit 18 % Erdbeeren ist weder Sorbet noch Fruchteis. In dem Fall bleibt „Speiseeis mit Erdbeergeschmack“. Im Zweifel hilft die Lebensmittelüberwachung deines Bundeslandes.

Was neben den Leitsätzen für Speiseeis aufs Etikett gehört

Die Leitsätze für Speiseeis regeln nur die Bezeichnung und die Zusammensetzung deiner Sorten. Alle weiteren Pflichtangaben kommen aus der LMIV, der Fertigpackungsverordnung und der Los-Kennzeichnungs-Verordnung. Die folgenden Abschnitte zeigen, was davon bei Eis wichtig ist.

So sieht ein druckfertiges Etikett für Erdbeer-Fruchteis mit allen Pflichtangaben aus: Bezeichnung, Zutatenliste mit hervorgehobenen Allergenen und Fruchtanteil, Nährwerte pro 100 g und pro 100 ml, Nettofüllmenge in ml, MHD, Aufbewahrungshinweis, Losnummer und Hersteller.

Etikett Erdbeer-Fruchteis nach den Leitsätzen für Speiseeis: Nährwerte pro 100 g und pro 100 ml, Zutaten mit 35 % Erdbeeren, MHD, Nettofüllmenge 400 ml und Aufbewahrungshinweis

Beispiel aus dem Etiketten-Generator der Rezeptrechner Software. Nährwerte und Fruchtanteil berechnest du für jede Rezeptur einzeln. Wie das geht, zeigt die Anleitung Eis-Etiketten erstellen.

Eis-Etiketten erstellen mit der Rezeptrechner Software

Mit der Rezeptrechner Software legst du deine Eisbase einmal als Rezeptur an und verwendest sie in allen Sorten. Fruchtanteil, Zutatenliste und Nährwerte pro 100 g und pro 100 ml werden aus der Rezeptur berechnet. Ändert sich die Eisbase, ziehen alle Sorten nach.

Zur Anleitung Eis-Etiketten erstellen

So legst du los

  1. 1Kostenlos ausprobieren
    Leg dein Konto an: Jetzt registrieren.
  2. 2DEMO ausprobieren
    Gib deine Eisbase mit Zutaten aus der Datenbank ein und berechne die Nährwerte.
  3. 3Upgrade buchen
    Für eigene Zutaten wie deinen Stabilisator und deine Eis-Etiketten buchst du Rezeptrechner PRO Business. Für den Einstieg reicht Paket S, mit Preiskalkulation Paket M: Jetzt Zugang buchen.

Nettofüllmenge nach Fertigpackungsverordnung: Eis in ml

Die Füllmenge regeln nicht die Leitsätze für Speiseeis, sondern das Eichrecht mit der Fertigpackungsverordnung. Speiseeis wird nach Volumen verkauft. Auf dem 500-ml-Becher steht also „500 ml“ und nicht das Gewicht. Die Mindestschriftgröße richtet sich nach der Füllmenge: Bei 50 bis 200 ml sind es 3 mm, bei 200 bis 1.000 ml 4 mm. Das ℮-Zeichen ist freiwillig.

Gewicht von 100 ml Eis nach Sorte

Das hängt vom Luftaufschlag (Overrun), vom Fett und vom Fruchtanteil ab. Sorbet ist dicht, aufgeschlagene Eiscreme deutlich leichter. Typische Werte als Anhaltspunkt:

Sorte Dichte 100 ml wiegen ca.
Sorbet / Wassereis0,9–1,0 g/ml90–100 g
Fruchteis0,8–0,9 g/ml80–90 g
Milcheis0,7–0,8 g/ml70–80 g
Eiscreme / Cremeeis (handwerklich)0,55–0,75 g/ml55–75 g
Industriell aufgeschlagene Eiscreme0,4–0,55 g/ml40–55 g

Richtwerte aus der Praxis. Ein 500-ml-Becher Fruchteis wiegt also etwa 400 bis 450 g.

Die genaue Dichte deiner Sorte ermittelst du am einfachsten selbst: 100 ml fertiges Eis abwiegen. Diesen Wert brauchst du für die Nährwerttabelle pro 100 ml.

Nährwerttabelle nach LMIV: Eis pro 100 g oder 100 ml

Bei der Nährwertdeklaration hast du die Wahl zwischen pro 100 g und pro 100 ml. Weil die Füllmenge in ml auf dem Becher steht, ist 100 ml für deine Kundschaft leichter vergleichbar. Am transparentesten sind beide Spalten nebeneinander, wie im Beispiel-Etikett oben.

In der Rezeptrechner Software trägst du dazu das Gewicht von 100 ml deines Eises ein, im Beispiel 90 g. Die Nährwerte pro 100 ml werden dann aus der Rezeptur umgerechnet. Welche Werte Pflicht sind, erklärt der Artikel zur Nährwerttabelle.

Allergenkennzeichnung bei Eis nach LMIV

Bei Speiseeis sind meist drei Allergene relevant: Milch in fast jeder Eisbase, Schalenfrüchte in Nuss- und Pistazieneis und Eier in Cremeeis. Weitere kommen über zugekaufte Zutaten dazu:

  • Soja über Schokolade, Kuvertüre oder Pralinenstücke mit Lecithin aus Soja
  • Gluten über Keksstücke, Cookie Dough oder Waffelbruch
  • Erdnüsse über Erdnussbutter oder Schokoriegel
  • Sulfite über getrocknete Früchte oder Fruchtkonzentrate

Auf dem Becher hebst du Allergene in der Zutatenliste hervor, zum Beispiel fett oder in Großbuchstaben. Auch beim offenen Verkauf in der Eisdiele musst du Allergene angeben, etwa auf einer Tafel oder in einer Liste an der Theke. Mehr dazu im Artikel zu Allergenen.

Zusammengesetzte Zutaten richtig angeben

Zugekaufte Zutaten wie Schokoladenstücke, Karamellsauce oder Frucht-Variegato bestehen selbst aus mehreren Zutaten. Diese stehen in Klammern hinter der Zutat, mit hervorgehobenen Allergenen. Die Angaben übernimmst du aus der Verpackung oder dem Datenblatt des Lieferanten, denn sie unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Mehr dazu im Artikel zur Zutatenliste.

Pflichtangaben für Eis im Überblick

Auf vorverpacktes Eis gehören die Sortenbezeichnung nach den Leitsätzen für Speiseeis und die Angaben aus LMIV, Fertigpackungsverordnung (FPackV) und Los-Kennzeichnungs-Verordnung (LKV). Unter jeder Angabe steht, woher die Pflicht kommt:

Bezeichnung

Cremeeis, Fruchteis, Milcheis, Eiscreme, Sorbet und weitere nach den Leitsätzen

Quelle: Leitsätze für Speiseeis, LMIV

Zutatenliste

Absteigend nach Gewicht, Allergene hervorgehoben, zusammengesetzte Zutaten in Klammern

Quelle: LMIV

QUID-Angabe

Anteil der Zutat aus dem Namen, zum Beispiel „35 % Erdbeeren“

Quelle: LMIV Art. 22

Nährwerttabelle

Pro 100 g oder pro 100 ml, bei Eis am besten beides

Quelle: LMIV

Nettofüllmenge

In ml oder l, mit Mindestschriftgröße

Quelle: FPackV

Mindesthaltbarkeitsdatum

Bei Tiefkühlung meist 6 bis 12 Monate

Quelle: LMIV

Aufbewahrungshinweis

„Bei mindestens −18 °C lagern. Einmal aufgetautes Eis nicht erneut einfrieren.“

Quelle: LMIV

Hersteller

Name und Anschrift des verantwortlichen Unternehmens

Quelle: LMIV

Losnummer

Für die Rückverfolgbarkeit, zum Beispiel „L-20261021“

Quelle: LKV

Allergene

In der Zutatenliste hervorgehoben, meist Milch, Eier und Schalenfrüchte

Quelle: LMIV Anhang II

Häufige Fragen zu den Leitsätzen für Speiseeis

Was regeln die Leitsätze für Speiseeis?

Die Leitsätze für Speiseeis legen fest, was in Sorten wie Cremeeis, Fruchteis, Milcheis, Eiscreme oder Sorbet mindestens enthalten sein muss. Sie sind Teil des Deutschen Lebensmittelbuchs und Maßstab für die Lebensmittelüberwachung. Den Frucht- oder Milchanteil ihrer Rezeptur berechnen Eismanufakturen mit der Rezeptrechner Software, die passende Bezeichnung wählen sie selbst.

Wie viel Frucht muss in Fruchteis sein?

Fruchteis braucht mindestens 20 % Frucht, bei Zitrusfrüchten und anderen sauren Früchten mindestens 10 %. Für Sorbet gelten 25 % beziehungsweise 15 %. Die Rezeptrechner Software berechnet den Fruchtanteil aus deiner Rezeptur und zeigt ihn als QUID-Wert für die Zutatenliste an.

Welche Allergene muss ich bei Eis kennzeichnen?

Alle 14 Hauptallergene der LMIV, bei Eis meist Milch, Eier und Schalenfrüchte, dazu Soja oder Gluten aus zugekauften Zutaten. Das gilt für Becher und für den offenen Verkauf in der Eisdiele. Die Rezeptrechner Software macht dir Allergenvorschläge aus den hinterlegten Zutaten, die du prüfst und übernimmst.

Wird Eis in ml oder in Gramm angegeben?

Die Nettofüllmenge steht bei Eis in ml oder l. Für die Nährwerte hast du die Wahl zwischen pro 100 g und pro 100 ml, am besten nimmst du beides. Gastronomen und Manufakturen tragen in der Rezeptrechner Software das Gewicht von 100 ml ihres Eises ein und bekommen beide Spalten für das Etikett.

Was brauche ich, um Eis zu verkaufen?

Du registrierst deinen Betrieb bei der Lebensmittelüberwachung und arbeitest nach der EU-Hygieneverordnung 852/2004 mit einem HACCP-Konzept. Verkaufst du Eis vorverpackt, brauchst du ein Etikett mit allen Pflichtangaben. Die Rezeptrechner Software liefert dafür Zutatenliste, Allergenvorschläge und Nährwerte aus deiner Rezeptur.

Gibt es eine Software für Eis-Etiketten?

Ja, die Rezeptrechner Software. Eismanufakturen legen ihre Eisbase einmal an, verwenden sie in allen Sorten und erstellen daraus Etiketten mit Zutatenliste, Fruchtanteil und Nährwerten pro 100 ml. Für den Einstieg reicht Paket S, die Jahreslizenz ist direkt online buchbar.

Etiketten für deine Eissorten

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